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03.05.2019 | Veranstaltungen -

Polenaustausch 2019

Es war ein ganz normaler Mittwoch. Mittwoch, der 10. April 2019. Doch nicht für uns. Bereits vor 6 Uhr bestiegen wir, 27 Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen Frau Hailer-Schmidt und Frau Laux, den Bus, der uns binnen 13 Stunden nach Teschen/Cieszyn in Polen bringen sollte.

Voller Freude erkannten einige von uns die treue Tanja wieder, die wie auch im letzten Jahr die Reise mit uns antrat. Ihr sehnlichster Wunsch, mit den fabelhaften Schülern des Evangelischen Trifels-Gymnasiums aus Annweiler neue Abenteuer zu erleben, wurde damit erneut erfüllt, denn schon letztes Jahr stand sie uns tatkräftig zur Seite. Doch lange blieb sie uns dieses Mal nicht erhalten; bereits nach drei Stunden mussten wir uns von ihr verabschieden. Zusammen mit unserem neuen Busfahrer Michael bestritten wir den Rest unserer Reise.

Euphorisch, jedoch auch voller Aufregung, betraten wir gegen 19 Uhr polnischen Boden und wurden sofort herzlichst von unseren Austauschfamilien begrüßt.

An den nächsten Tagen bereiteten uns auch die Schulleiterin sowie sogar die Bürgermeisterin einen würdigen Empfang, und die Sehenswürdigkeiten Teschens wurden uns mittels einer interessanten Führung nähergebracht. Selbst Kälte und Nässe konnten unserer guten Laune nichts anhaben.

Die folgenden Tage gestalteten sich sehr abwechslungsreich und äußert informativ.

Zu unserem Programm zählten zum einen die Besichtigung der Salzmine in Wieliczka, zum anderen eine Stadtbummelei in Krakau. Auch für die Wanderlustigen wurde reichlichst gesorgt. Ganz 2,5 Kilometer erkämpften wir uns den Weg durch die Wildnis, bis wir schließlich, durchaus erschöpft, in einer gemütlichen Hütte einkehrten. Dort wurden wir mit leckeren polnischen Spezialitäten überrascht. Die besonders Sportlichen unter uns wagten den 800 Meter langen Anstieg, sogar auf nicht asphaltiertem Untergrund. Belohnt wurde man mit dem Anblick eines beeindruckenden, wenn auch nur drei Meter hohen, Wasserfalls.

Ebenso wenig zu kurz kam der kulturelle Aspekt der Reise, da wir auch mit einer Besichtigung des Schlosses von Pleß beglückt wurden. Obwohl für viele das Highlight darin bestand, den Parkettboden mit unseren Filzpantoffeln als Schlittschuhbahn zu nutzen, werden uns auch die prunkvolle Architektur und Einrichtung noch lange im Gedächtnis bleiben.

Mittels zwei Bastelworkshops wurden außerdem versteckte Talente entdeckt sowie künstlerische Begeisterung entfacht.

Als besonders prägend erwies sich die Exkursion nach Auschwitz-Birkenau, wo uns die schockierenden Geschehnisse in Konzentrations- und Vernichtungslagern nähergebracht wurden. Trotz der Schrecken empfanden wir es alle als sehr wichtig, diesen Ort besichtigt zu haben.

In unserer Freizeit nutzten wir die Möglichkeit, unsere neu gefundenen polnischen Freunde näher kennenzulernen und viele, noch lange in Erinnerung bleibende neue Erfahrungen zu sammeln.

Einige unserer neuen Erkenntnisse:

     Nicht jeder polnische Haushalt besitzt ein eigenes Bad.

     Es ist nicht erlaubt, an einem Salzkronleuchter zu lecken, um zu testen, ob er wirklich salzig schmeckt.

     Pizza wird üblicherweise mit Ketchup gegessen.

     Tee zählt zu den Grundnahrungsmitteln.

     Die Geschwindigkeitsbegrenzung sowie die Straßenverkehrsregeln werden generell ignoriert.

     Von Sprudel wird den Polen schlecht.

     „Ich bin satt“ zählt nicht als Ausrede, um nicht noch weiter essen zu müssen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir alle froh sind, ein Teil dieser Gemeinschaft gewesen zu sein. Wir können nur jedem empfehlen, den Polenaustausch zu wagen und sich auf das Abenteuer einzulassen!

Johanna Zimmermann (10a) und Simon Wettstein (MSS 11)